Bilirubin gesamt

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Total Bilirubin, TBIL, Gesamtbilirubin, totales Bilirubin
Einheiten im Messwesen
mmol/l, µmol/l, mg/dl, mg/100ml, mg%, mg/l, µg/ml

Bilirubin entsteht beim Abbau alter Erythrozyten im retikuloendothelialen System. Dabei wird der Hämanteil aus dem Hämoglobin und anderen hämhaltigen Proteinen entfernt, zu Bilirubin metabolisiert und als Komplex mit Serumalbumin zur Leber transportiert. Dort wird Bilirubin mit Glucuronsäure konjugiert, damit es gelöst und anschließend durch den Gallengang transportiert und über den Verdauungstrakt ausgeschieden werden kann.

Bei 80 – 85 % des täglich anfallenden Bilirubins handelt es sich um Abbauprodukte gealterter Erythrozyten, während die übrigen 15 – 20 % von Abbauprodukten Häm enthaltender Proteine wie etwa Myoglobin, Zytochromen, Katalasen sowie bei ineffizienter Erythropoese aus dem Knochenmark stammen. Eine Reihe von Krankheiten wirken sich auf einen oder mehrere Schritte bei Produktion, Aufnahme, Speicherung, Stoffwechsel oder Ausscheidung von Bilirubin aus. Je nach der betreffenden Störung tragen unkonjugiertes bzw. konjugiertes Bilirubin oder auch beide Formen entscheidend zur Entstehung von Hyperbilirubinämie bei.

Erkrankungen oder andere Störungen, bei denen durch hämolytische Prozesse Bilirubin rascher produziert wird, als es von der Leber abgebaut werden kann, führen zu einem Konzentrationsanstieg von unkonjugiertem (indirektem) Bilirubin im Blutkreislauf. Auch eine unreife Leber und verschiedene andere Erkrankungen mit gestörter Bilirubinkonjugation können zu ähnlich erhöhten Spiegeln des unkonjugierten Bilirubins im Blut führen. Bei Gallengangsverschluss oder Schädigung der hepatozellulären Struktur kommt es sowohl zum Anstieg des konjugierten (direkten) wie auch des unkonjugierten (indirekten) Bilirubins im Blutkreislauf.

Hyperbilirubinämie lässt sich folgendermaßen unterteilen:

Prähepatischer Ikterus: Zu den prähepatisch verursachten Krankheiten mit vornehmlich unkonjugierter Hyperbilirubinämie zählen korpuskulare hämolytische Anämien wie etwa Thalassämie und Sichelzellenanämie, extrakorpuskulare hämolytische Anämie wie etwa Bluttransfusionsreaktionen aufgrund von ABO- oder Rh-Unverträglichkeit, Neugeborenenikterus und hämolytische Erkrankung bei Neugeborenen.

Hepatischer Ikterus: Zu den hepatisch verursachten Krankheiten mit vornehmlich konjugierter Hyperbilirubinämie zählen die akute und chronische Virushepatitis, Leberzirrhose und hepatozelluläre Karzinome.

Posthepatischer Ikterus: Zu den posthepatisch verursachten Krankheiten mit vornehmlich Hyperbilirubinämie zählen die extrahepatische Cholestase und die Abstoßung von Lebertransplantaten. konjugierter

Zu den chronischen angeborenen Hyperbilirubinämien zählen sowohl die unkonjugierten Hyperbilirubinämien Crigler-Najjar-Syndrom und Gilbert-Syndrom als auch die konjugierten Hyperbilirubinämien Dubin-Johnson-Syndrom und Rotor-Syndrom. Eine Unterscheidung zwischen chronischen angeborenen Hyperbilirubinämien und erworbenen Formen der Bilirubinämie lässt sich durch Messung der Bilirubinfraktionen und Nachweis normaler Leberenzymabläufe treffen.

REFERENZINTERVALL

Testprinzip: Kolorimetrische Diazo-Methode

Erwachsene

bis 21 μmol/L

bis 1.2 mg/dL

Kinder ≥ 1 Monat

bis 17 μmol/L

bis 1.0 mg/dL

Hohes Risiko für die Entwicklung einer klinisch signifikanten Hyperbilirubinämie: Neugeborene: reif und fast reif

Alter der Neugeborenen

95. Perzentil

95. Perzentil

24 Stunden

≥ 137 μmol/L

≥ 8.0 mg/dL

48 Stunden

≥ 222 μmol/L

≥ 13.0 mg/dL

84 Stunden

≥ 290 μmol/L

≥ 17.0 mg/dL

Konzentrationen > 95. Perzentil: Solche Hyperbilirubinämie- Konzentrationen gelten als signifikant und erfordern im Allgemeinen eine enge Überwachung, eventuell weitere Analysen und gegebenenfalls eine Intervention.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Bilirubin gesamt von / in mmol/l, µmol/l, mg/dl, mg/100ml, mg%, mg/l, µg/ml. Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Bilirubin gesamt umrechnungstabellen.