Growth-Differentiation-Faktors‐15 (GDF‐15)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Einheiten im Messwesen
pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L

Der GDF‐15 Test kann als Hilfe zur Risikostratifizierung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) oder chronischer Herzinsuffizienz (CHF) dienen.

GDF‐15 ist ein Zytokin der transformierenden Wachstumsfaktor-β (TGF-β)- Superfamilie (TGF‐β).

Bei pathologischem oder physiologischem Stress in Verbindung mit Entzündungen, Sauerstoffmangel, Gewebeschädigungen oder - veränderungen, wie sie bei kardiovaskulären Erkrankungen, aber auch bei bestimmten Tumoren und während der Schwangerschaft beobachtet werden, steigt die GDF‐15-Konzentration rapide an. Die Gabe von GDF‐15 nach einer Herzschädigung hat eine Schutzwirkung bei Ischämie/Reperfusionsschaden gezeigt. Der Anstieg der GDF‐15-Konzentration nimmt mit dem Schweregrad der kardiovaskulären Erkrankung zu: erhöhte Serumspiegel wurden bei stabiler koronarer Herzerkrankung, ACS und Herzinsuffizienz (HF) festgestellt. Es mehren sich die Hinweise darauf, dass die GDF‐15-Konzentration unabhängig von traditionellen Risikofaktoren wie zurückliegendem Myokardinfarkt (MI), Alter, erhöhter Konzentration von kardialem Troponin T, N‐terminalem pro B‐Typ natriuretischem Peptid oder hochempfindlichem C‐reaktivem Protein als Prognosefaktor für ein negatives Outcome bei kardiovaskulären Erkrankungen dienen kann. Erhöhte GDF‐15-Konzentrationen sind ein Hinweis auf eine hohe Mortalität bei Patienten mit ACS mit ST‐Streckenhebung (STE‐ACS), ACS ohne ST‐Streckenhebung (NSTE‐ACS) und HF. Eine erhöhte GDF‐15-Konzentration dient auch zur Identifizierung von NSTE‐ACS- Patienten mit erhöhtem Risiko eines rezidivierenden MI oder Schlaganfalls.

Studien legen einen Zusammenhang zwischen erhöhten GDF‐15-Konzentrationen und Schlaganfallmortalität bei Vorhofflimmern nahe. GDF‐15-Konzentrationen korrelieren bei Patienten mit Vorhofflimmern, die mit oralen Antikoagulanzien behandelt werden, nachweislich unabhängig mit einem Risiko anschließender schwerwiegender Komplikationen aufgrund von Blutungen. GDF‐15 bietet zusätzlich zu den etablierten medizinischen Risiko-Scores wertvolle Prognoseinformationen. Die Berücksichtigung der GDF‐15‐Konzentration neben dem von Troponin modifizierten Global Registry of Acute Coronary Events (GRACE) Score verbessert die Prognose der Gesamtmortalität nach 6 Monaten und eines nicht tödlichen MI bei Patienten mit NSTE‐ACS. Die GDF‐15-Konzentration kann auch bei der Entscheidung für eine therapeutische Intervention herangezogen werden: Anhand der GDF‐15-Konzentration lassen sich unter den stationär aufgenommenen Patienten mit NSTE‐ACS diejenigen identifizieren, die am meisten von einer intensiven Behandlung profitieren. Hohe GDF‐15-Konzentrationen stehen mit einem erhöhten HF-Risiko nach einer ACS-Episode in Verbindung. Somit lassen sich anhand der GDF‐15-Konzentration möglicherweise solche ACS-Patienten erkennen, die von einer aggressiveren Therapie profitieren, die auf die Reduzierung der HF‐bedingten Einweisungen abzielt.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Growth-Differentiation-Faktors‐15 (GDF‐15) von / in pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L . Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Growth-Differentiation-Faktors‐15 (GDF‐15) umrechnungstabellen.