Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEA-Sulfat)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
DHEA-Sulfat; DHEA-S, DHEAS, Dehydroepiandrosteronsulfat
Einheiten im Messwesen
µmol/L, µg/mL, µg/dL, µg/100mL, µg%, µg/L , mg/L

DHEA‐S ist ein Steroidhormon, welches in der Zona reticularis und fasciculata der Nebennierenrinde (NNR) aus der Vorstufe Cholesterin gebildet wird. Die Bestimmung erhöhter DHEA‐S-Werte ist eine wichtige Hilfe bei der Diagnose von Hirsutismus und Virilismus. Neben einer Differentialdiagnose von Hirsutismus und Virilismus sind weitere Indikationen alle Formen der Androgenisierung, Hyperprolaktinämie, polyzystisches Ovarialsyndrom und der Ausschluss eines androgenproduzierenden Nebennierenrindentumors. DHEA‐S zeigt nur schwache androgene Wirkungen, kann aber zu stärker androgen wirksamen Steroiden wie Androstendion und Testosteron metabolisieren, was letztendlich indirekt zu Hirsutismus und Virilismus führen kann.

Ab dem 7. Lebensjahr ist ein Anstieg des DHEA‐S-Spiegels zu beobachten, der dann nach dem 30. Lebensjahr langsam wieder abfällt. Nur erhöhte DHEA‐S-Konzentrationen sind von klinischer Bedeutung, wobei Faktoren wie genetisch bedingte Enzymdefekte der Nebennierenrinde (adrenogenitales Syndrom), Hyperplasie der NNR sowie ein androgenproduzierender Tumor für eine DHEA‐S-Überproduktion verantwortlich sein können.

Die Sekretionsrate von DHEA‐S in den Blutstrom liegt nur leicht über der von DHEA. Infolge der DHEA‐S‐Halbwertszeit von nahezu einem Tag ist der DHEA‐S Spiegel jedoch um einen Faktor von ca. 1000 höher. DHEA‐S liegt relativ stark Albumin-gebunden vor, nur ein kleiner Teil ist nicht Protein-gebunden und kein DHEA‐S kommt SHBG (Sexualhormon- bindendes Globulin)-gebunden vor. Infolge seiner hohen Konzentration und seiner geringen Tages‐ und Tag/Tag-Variabilität ist DHEA‐S ein ausgezeichneter Indikator für die Androgenproduktion der Nebennierenrinde.

Gemeinsam mit Testosteron wird eine DHEA‐S-Bestimmung bevorzugt als Initialtest auf erhöhte Androgenwerte bei Hirsutismus eingesetzt. Etwa 84 % der Frauen mit Hirsutismus zeigen erhöhte Androgenspiegel. Wesentliche Aufgabe ist es, einen androgenproduzierenden Tumor (von Nebennieren oder Ovarien) auszuschließen. Als tumorverdächtige Werte bei Frauen gelten DHEA‐S-Werte über 700 μg/dL.

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