Adrenokortikotropes Hormon (ACTH)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Kortikotropin, Adrenocorticotropin
Einheiten im Messwesen
pmol/L, pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L

Adrenokortikotropes Hormon (ACTH) bzw. Kortikotropin ist ein aus 39 Aminosäuren bestehendes Peptidhormon. Es wird vom Hypophysenvorderlappen als Teil des Vorläufermoleküls Pro‐Opiomelanocortin (POMC) gebildet. Als Folge einer gewebespezifischen Spaltung kommt es zur Bildung von ACTH sowie einer Reihe verwandter Peptide.

ACTH stimuliert die Bildung und Ausschüttung von Glukokortikoiden (insbesondere Cortisol) durch die Nebennierenrinde. Die Glukokortikoidbildung wird von unterschiedlichen Faktoren gesteuert. Nach Stimulierung (z.B. durch körperliche Anstrengung oder die körpereigene biologische Uhr) kommt es durch den Hypothalamus zu einer Ausschüttung von CRH (Corticotropin Releasing Hormone). CRH bewirkt in der Hypophyse die Synthese und Sekretion von ACTH. ACTH stimuliert schließlich die Ausschüttung von Glukokortikoiden durch die Nebenniere. Hohe Glukokortikoidkonzentrationen im Blut hemmen die Ausschüttung von CRH und ACTH über einen negatives Feedback-System.

ACTH-Konzentrationen unterliegen einer Tagesschwankung, wobei hohe Spiegel morgens und niedrige Spiegel abends auftreten. Wie auch im Falle von Cortisol ist es für die Interpretation der Ergebnisse wichtig, den Entnahmezeitpunkt der Plasmaprobe zu kennen.

ACTH-Messungen im Plasma dienen zur Differentialdiagnose des hypophysären Cushing-Syndroms (erhöhte ACTH-Ausschüttung), von autonomen ACTH-bildenden hypophysären Tumoren (z.B. Nelson- Syndrom), Hypopituitarismus mit ACTH-Mangel sowie von ektopischem ACTH-Syndrom. Neben Cortisolbestimmungen können auch ACTH- Messungen zusammen mit weiteren Funktions- und Stimulierungstests zur Diagnose des Ursprungs einer Glukokortikoid-Überproduktion herangezogen werden. ACTH-Messungen können in ähnlicher Weise auch unterstützend bei der Differentialdiagnose einer Nebenniereninsuffizienz (Addison-Krankheit) verwendet werden.

ACTH, welches nicht von der Hypohyse gebildet wird, wird als ektopisches ACTH bezeichnet, meist assoziiert mit kleinzelligem Karzinom der Lunge. In seltenen Fällen kann ektopisches ACTH auch durch Thymus-Tumoren, Adenokarzinome der Bauchspeicheldrüse oder durch Bronchialkarzinoid hervorgerufen werden. Diese Tumoren führen oftmals zur Ausschüttung von ACTH-Vorläufern (POMC und pro‐ACTH).

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
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