Lösliche fms-ähnliche Tyrosinkinase-1 (sFlt‐1)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Einheiten im Messwesen
pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L

Der sFlt‐1-Test wird in Kombination mit dem PlGF Test zur Bestimmung des sFlt‐1/PlGF-Quotienten eingesetzt. Der sFlt‐1/PlGF- Quotient dient zur Unterstützung bei der Diagnose von Präeklampsie in Verbindung mit anderen diagnostischen und klinischen Informationen. Ferner dient der sFlt‐1/PlGF-Quotient zur Unterstützung bei der kurzfristigen Vorhersage von Präeklampsie (Ausschluss und Einschluss) bei Schwangeren mit Verdacht auf Präeklampsie in Verbindung mit anderen diagnostischen und klinischen Informationen.

Präeklampsie (PE) ist eine ernste Erkrankung während der Schwangerschaft, die durch Hypertonie und Proteinurie ab der 20. Schwangerschaftswoche gekennzeichnet ist. Präeklampsie tritt bei 3‐5 % der Schwangerschaften auf und hat eine hohe Mortalitäts- bzw. Morbiditätsrate für die Mutter, den Fötus oder das Neugeborene zur Folge. Klinische Manifestationen reichen von milden bis zu schweren Formen; die Präeklampsie ist noch immer eine der Hauptursachen für fetale und maternale Morbidität und Mortalität.

Die Freisetzung von Angiogenesefaktoren in der Plazenta führt zu einer Funktionsstörung des Endothels; dies scheint die Ursache für eine Präeklampsie zu sein. Bei Frauen mit Präeklampsie finden sich veränderte Serumspiegel für PlGF (placental growth factor) und sFlt‐1 (soluble fms‐like tyrosine kinase‐1, auch VEGF-Rezeptor‐1). Darüber hinaus kann durch den Nachweis der PlGF- und sFlt‐1-Konzentrationen im Blut eine normale Schwangerschaft von einer mit Präeklampsie einhergehenden Schwangerschaft noch vor dem Auftreten der klinischen Symptome abgegrenzt werden. In einer normalen Schwangerschaft steigt der pro‐angiogenetische Faktor PlGF während der ersten beiden Trimester an und fällt gegen Ende der Schwangerschaft ab. Im Gegensatz dazu bleibt der anti-angiogenetische Faktor sFlt‐1 während dem frühen und mittleren Stadium der Schwangerschaft gleich und zeigt bis zum Ende der Schwangerschaft einen ständigen Anstieg. Bei Frauen, die eine Präeklampsie entwickeln, konnten höhere sFlt‐1-Konzentrationen und niedrigere PlGF-Konzentrationen festgestellt werden als bei normal verlaufenden Schwangerschaften.

Der sFlt‐1/PlGF-Quotient erwies sich als besserer Prädiktor für Präeklampsie als die jeweilige Bestimmung für sich alleine. Der sFlt‐1/PlGF-Quotient scheint ein zuverlässiges Instrument zur Abgrenzung der verschiedenen Typen von hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft zu sein. Außerdem hat der sFlt‐1/PlGF-Quotient eine potentielle Bedeutung als prognostischer Parameter von PE und kann bei der Vorhersage von Präeklampsie und damit zusammenhängenden negativen Folgen, bei der Risikostratifizierung und bei der Behandlung nützlich sein.

Anscheinend korreliert die Konzentration des anti-angiogenetischen Faktors sFlt‐1 mit subklinischen kardialen Funktionsstörungen und ist bei Frauen mit Peripartum-Kardiomyopathie erhöht. Die Entfernung von sFlt‐1 kann Frauen mit sehr früher PE zugutekommen: In einer Pilotstudie verringerte die Apherese mit Dextransulfatzellulose (DSC)-Säulen die sFlt‐1-Spiegel im Blutstrom und ermöglichte eine Verlängerung der Schwangerschaft ohne negative Effekte für die Mutter oder den Fötus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Möglichkeiten zur Diagnose einer Präeklampsie, die sich bisher auf klinische Symptome, Proteinurie- Bestimmung und Doppler-Sonographie stützen, durch die immunologische Bestimmung von PlGF- und sFlt‐1-Konzentrationen im Blut der Mutter verbessert werden.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
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