Troponin I (TnI)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Einheiten im Messwesen
ng/mL, ng/dL, ng/100mL, ng%, ng/L, µg/L

Troponin I (TnI) ist ein entscheidendes regulatorisches Protein der quergestreiften Muskulatur. Obgleich seine Funktion im kontraktilen Apparat in allen quergestreiften Muskeln gleich ist, unterscheidet sich TnI, welches in der Herzmuskulatur (kardiales TnI, Molekulargewicht: 23.9 kD) vorkommt, deutlich vom TnI der Skelettmuskulatur. Aufgrund seiner hohen Gewebespezifität ist kardiales Troponin I (cTnI) ein hoch sensitiver Marker für eine myokardiale Schädigung. Kardiales TnI erlaubt eine Unterscheidung zwischen Schädigungen der Skelettmuskulatur (z. B. Rhabdomyolyse und Polytrauma) und Myokardschädigung.

Bei akutem Myokardinfarkt (AMI), steigen die cTnI-Konzentrationen im Serum ca. 3‐6 Stunden nach Auftreten der Beschwerdesymptomatik an, erreichen nach 12‐16 Stunden ihre Höchstwerte und können 4‐9 Tage lang erhöht bleiben. Erhöhte cTnI-Konzentrationen wurden auch bei instabiler Angina pectoris (IAP) und dekompensierter Herzinsuffizienz (DHI) festgestellt. Kardiales TnI ist ein bewährter prognostischer Marker zur Vorhersage der kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS).

Aufgrund der Tatsache, dass cTnI wie auch Troponin T unabhängige Marker sind, die die Entwicklung von Patienten mit ACS am besten vorhersagen, haben die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology (ESC)) und die Amerikanische Gesellschaft für Kardiologie (American College of Cardiology (ACC)) den Myokardinfarkt (MI) neu definiert. Danach liegt ein MI vor, wenn die Blutkonzentration von kardialem Troponin im klinischen Bild einer akuten Ischämie über dem 99. Perzentil des Referenzwertes (einer gesunden Gruppe) liegen. Die Impräzision (Variationskoeffizient) beim 99. Perzentil für Troponintests muss weniger oder gleich 10 % betragen.

Aufgrund dieser neuen Definition für MI wurden mehrere Empfehlungen zur Rolle kardialer Troponin Tests bei Patienten mit ACS veröffentlicht.

Bei Patienten mit IAP sowie Patienten, bei denen keine ST-Streckenhebung (non-ST-segment elevation, NSTEMI) festgestellt werden konnte, korrelieren nachweisbare Konzentrationen von kardialem Troponin mit einer höheren Inzidenz der Mortalität. Folglich kann eine Troponinbestimmung bei der Risikostratifizierung dieser Patienten hilfreich sein; sie ist ebenfalls Teil der ACC/AHA (American Heart Association) Richtlinien zum Umgang mit Patienten mit IAP und NSTEMI.

Zusammenfassend deuten erhöhte Troponinwerte auf eine Myokardschädigung hin, sind aber nicht zwingend kennzeichnend für einen ischämischen Hintergrund. Von einem MI sollte man sprechen, wenn eine Herzschädigung vorliegt, die in einem mit einer Myokardischämie übereinstimmenden klinischen Bild durch Markerproteine nachgewiesen wurde. Falls die klinischen Umstände darauf hindeuten, dass ein ischämischer Hintergrund unwahrscheinlich ist, sollten weitere Gründe in Betracht gezogen werden, die für eine Herzschädigung in Frage kommen.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Troponin I (TnI) von / in ng/mL, ng/dL, ng/100mL, ng%, ng/L, µg/L. Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Troponin I (TnI) umrechnungstabellen.