Estriol freiem (E3)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
freiem Östriol
Einheiten im Messwesen
nmol/L, ng/mL, ng/dL, ng/100mL, ng%, ng/L, µg/L

Der größte Anteil des produzierten Östriols während des dritten Trimenons ist ein gemeinsames Produkt des Fetus und der Plazenta. In der fetalen Nebennierenrinde wird ein Vorläufer gebildet, der in der fetalen Leber und in der Plazenta zu Östriol umgewandelt wird. Nach der Passage durch die Plazenta wird in der Leber der Mutter der größte Teil davon zu Östriol-Sulfaten und Glucuroniden konjugiert. Daraus resultiert, dass das freie Östriol, d.h. die unkonjugierte Form, nur 9% des Gesamt- Östriols in dem Blutkreislauf ausmacht. Die langlebigen Östriol-Sulfate machen dagegen ca. die Hälfte des Gesamt- Östriols aus. Nur das freie Östriol kann in den mütterlichen Kreislauf gelangen, während im Urin ausschließlich nur Östriol-Konjugate ausgeschieden werden.

Normalerweise steigen mit der fetalen Entwicklung die Östriol-Spiegel an, so dass im letzten Trimenon ein fast dreifacher Anstieg der Östriol- Konzentrationen sowohl im Serum als auch im Urin beobachtet werden kann. In der 36. Woche gibt es normalerweise einen steilen Östriol-Anstieg. Gemäß Literaturangaben steigen bis zur Geburt die Konzentrationen an freiem Östriol bis auf 15 ng/ml und an Gesamt-Östriol bis auf 250 ng/ml, während sich die Östriol- Ausscheidung im Urin bis auf ca. 45 mg/Tag erhöht. Nach 40 Wochen sinken die Östriol-Spiegel allmählich um ca. 12% pro Woche.

Da es erhebliche individuelle Unterschiede geben kann, kann der Referenzbereich für ein bestimmtes Gestationsalter zwischen 50 und 200% des Medians für dieses Alter umfassen. Daher ist eine Verlaufkontrolle wesentlich aussagekräftiger als eine einzelne Bestimmung. Anhaltend niedrige oder schnell abfallende Östriol-Spiegel weisen aus fetale Komplikationen hin. Da Östriol-Spiegel diurnalen und episodischen Schwankungen unterliegen, werden die Serumbestimmungen üblicherweise auf einen Basiswert bezogen, der für jede Patientin entweder als der durchschnittliche oder der höchste der letzten drei Östriol-Bestimmungen definiert ist. Ein Abfall von 40% oder mehr, bezogen auf diesen Basiswert, ist signifikant.

Bei der Kontrolle von Risiko-schwangerschaften (Diabetes, Hypertonie, lange Schwangerschaftsdauer und ungenauer Kenntnis der Schwangerschaftsdauer) werden Verlaufsbestimmungen des Östriols in Verbindung mit anderen Methoden zur Überwachung des Fetus empfohlen. Diese klinischen Anwendungen sind kürzlich publiziert worden.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Estriol freiem (E3) von / in nmol/L, ng/mL, ng/dL, ng/100mL, ng%, ng/L, µg/L. Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Estriol freiem (E3) umrechnungstabellen.