Löslicher Transferrin Rezeptor (sTfR)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Soluble Transferrin-rezeptor (sTfR)
Einheiten im Messwesen
nmol/L, mg/L, mg/dL, mg/100mL, mg%, µg/mL

Der Transferrinrezeptor ist ein integrales Membranglykoprotein mit einem Molekulargewicht von 190 kD. Er besteht aus zwei identischen Untereinheiten, die über eine Disulfidbrücke miteinander verbunden sind. Jedes Monomer besitzt eine 85 kD C‐terminale Komponente, die mit Eisen beladene Transferrinmoleküle binden kann. Als Folge einer Proteolyse entsteht die lösliche Form des Transferrinrezeptors (sTfR). Im Plasma liegt der lösliche Transferrinrezeptor zusammen mit Transferrin als Komplex mit einem Molekulargewicht von ca. 320 kD vor. Die Serumkonzentration von sTfR ist direkt proportional zur Konzentration des Rezeptors auf der Membran.

Die Eisenaufnahme durch die Körperzellen wird durch Expression des Transferrinrezeptors (TfR) gesteuert. Wenn die intrazellulären Eisendepots aufgebraucht sind - was einer Ferritinkonzentration von weniger als 12 μg/L entspricht - wird mehr TfR exprimiert. Die Affinität des Transferrinrezeptors zu Transferrin hängt vom Beladungszustand des Transferrins ab. Da 80‐95 % der Transferrinrezeptormoleküle in blutbildenden Zellen vorkommen, spiegelt die TfR-Konzentration (und damit auch die sTfR- Konzentration) den Eisenbedarf dieser Zellen wider. Bei einem Eisenmangel steigt die sTfR-Konzentration noch bevor es zu einem signifikanten Abfall der Hämoglobinkonzentration kommt. Anhand der sTfR Konzentration lässt sich daher der funktionelle Eisenstatus beschreiben, während Ferritin Hinweise auf den Eisendepotstatus zulässt. Eine genaue Einschätzung des Eisenstatus erhält man durch eine Bestimmung des sTfR Indexes (= sTfR Konzentration/Log Ferritinkonzentration).

Da die sTfR-Konzentration im Gegensatz zur Ferritinkonzentration nicht durch Akute-Phase-Reaktionen, akute Funktionsstörungen der Leber oder bösartige Tumoren beeinträchtigt wird, kann zwischen Anämie chronischer Erkrankungen (anemia of chronic disease, ACD) und Eisenmangelanämie (iron deficiency anemia, IDA) unterschieden werden. Erhöhte sTfR-Werte können auch bei Polyzythämie, hämolytischer Anämie, Thalassämie, hereditärer Spherozytose, Sichelzellanämie, megaloblastischer Anämie, Myelodysplasie sowie bei Vitamin B12-Mangel vorliegen. Erhöhte sTfR- Konzentrationen können im Falle eines funktionellen Eisenmangels auch während einer Schwangerschaft auftreten. Eine rhEPO-Therapie kann über die sTfr-Konzentration überwacht werden.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Löslicher Transferrin Rezeptor (sTfR) von / in nmol/L, mg/L, mg/dL, mg/100mL, mg%, µg/mL. Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Löslicher Transferrin Rezeptor (sTfR) umrechnungstabellen.