Kreatinin

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Kreatinin, Creatinin, Crea
Einheiten im Messwesen
mmol/l, µmol/l, mg/dl, mg/100ml, mg%, mg/l, µg/ml

Creatinin ist ein Abbauprodukt von Creatinphosphat im Muskel und wird normalerweise vom Körper (in Abhängigkeit von der Muskelmasse) in einer ziemlich konstanten Rate hergestellt. Es wird von den Glomeruli filtriert und, unter normalen Bedingungen, von den Tubuli nicht in akzeptablem Umfang reabsorbiert. Eine kleine, aber signifikante Menge wird auch aktiv sezerniert.Daher ist die Kreatininproduktion proportional zur Muskelmasse und unterliegt kaum täglichen Schwankungen.

Die Kreatininkonzentration im Serum hängt von Alter, Körpergewicht und Geschlecht eines Patienten ab. Bei Patienten mit relativ kleiner Muskelmasse, kachektischen und älteren Patienten sowie bei Amputierten können die Werte niedrig ausfallen. Auch ein als normal befundener Kreatininwert im Serum schließt das Vorliegen von eingeschränkter Nierenfunktion nicht aus.

Der Creatinintest in Serum oder Plasma ist der am häufigsten verwendete Test zur Beurteilung der Nierenfunktion. Die Messung der Kreatininkonzentration dient zur Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen und erleichtert darüber hinaus die Bewertung der glomerulären Nierenfunktion sowie die Kontrolle der Dialyse. Die Serumkonzentration eignet sich jedoch nicht als Indikator für frühe Nierenschäden und reagiert während einer Behandlung bei Nierenversagen langsamer auf die Hämodialyse als Harnstoff-Stickstoff (BUN, von engl. "blood urea nitrogen"). Sowohl die Kreatinin- als auch die BUN-Konzentration im Serum werden zur Unterscheidung zwischen prärenaler und postrenaler (obstruktiver) Azotämie eingesetzt. Ein Anstieg der BUN-Konzentration im Serum ohne gleichzeitigen Anstieg der Serumkreatininkonzentration bietet einen wichtigen Hinweis auf prärenale Azotämie. Bei postrenaler Azotämie, bei der der Harnfluss behindert wird, z. B. bei bösartigen Tumoren, Nierensteinen und vegetativem Urogenitalsyndrom, sind sowohl die Plasmakreatinin- als auch die Harnstoffkonzentrationen erhöht. In diesen Fällen ist der BUN-Anstieg aufgrund der verstärkten Rückdiffusion von Harnstoff überproportional höher.

Chronische Nierenerkrankungen stellen ein weltweites Problem dar und bringen ein beträchtliches Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Ereignisse und Tod mit sich. In aktuellen Richtlinien wird eine chronische Nierenerkrankung als Nierenschädigung oder glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 60 mL/min pro 1.73 m 2 über einen Zeitraum von drei oder mehr Monaten ungeachtet der Ursache definiert.

Da Creatinin im Blut nur bei einem beträchtlichen Schaden der Nephronen ansteigt, ist es nicht zum Nachweis einer Nierenerkrankung im Frühstadium geeignet. Die Bestimmung der Creatinin-Clearance, die auf der Creatininkonzentration in Urin und Serum oder Plasma und dem Harnzeitvolumen basiert, stellt einen wesentlich empfindlicheren Test dar, mit dem sich auch die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) besser abschätzen lässt. Für diesen Test sind eine zeitlich genau befristete Urinprobe (in der Regel 24-Stunden-Sammelurin) sowie eine Blutprobe erforderlich. Da dieser Test jedoch aufgrund des lästigen zeitlich festgelegten Sammelns von Urinproben fehleranfällig ist, wurde versucht, die GFR nur auf Grundlage der Serum- oder Plasmakonzentration mathematisch zu bestimmen. Unter den verschiedenen vorgeschlagenen Ansätzen fanden zwei eine breite Anerkennung, nämlich der Ansatz von Cockroft und Gault sowie der Ansatz auf Grundlage der Ergebnisse der MDRD-Studie. Während die erste Gleichung aus Daten, die mit der konventionellen Jaffé Methode ermittelt wurden, abgeleitet wurde, kann eine neuere Version der zweiten für auf IDMS-rückführbare Creatininmethoden verwendet werden. Beide Gleichungen können für Erwachsene angewendet werden. Bei Kindern sollte die Bedside-Schwartz-Formel angewendet werden.

Zusätzlich zur Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen und Überwachung der Nierendialyse werden Creatininbestimmungen für die Berechnung der fraktionierten Ausscheidung anderer Urinanalyte (z.B. Albumin, α‐Amylase) eingesetzt.

REFERENZINTERVALL

Jaffé, kinetisch (Methode mit Kompensation)

Serum / Plasma

Erwachsene  
Frauen  44-80 μmol/L  0.50-0.90 mg/dL
Männer  62-106 μmol/L  0.70-1.20 mg/dL
Kinder
Frühgeborene 25-91 μmol/L 0.29-1.04 mg/dL
Reifgeborene 21-75 μmol/L 0.24-0.85 mg/dL
2-12 M 15-37 μmol/L 0.17-0.42 mg/dL
1-< 3 J 21-36 μmol/L 0.24-0.41 mg/dL
3-< 5 J 27-42 μmol/L 0.31-0.47 mg/dL
5-< 7 J 28-52 μmol/L 0.32-0.59 mg/dL
7-< 9 J 35-53 μmol/L 0.40-0.60 mg/dL
9-< 11 J 34-65 μmol/L 0.39-0.73 mg/dL
11-< 13 J 46-70 μmol/L 0.53-0.79 mg/dL
13-< 15 J 50-77 μmol/L 0.57-0.87 mg/dL

Urin

1. Morgenurine
Frauen 2.47‐19.2 mmol/L 28‐217 mg/dL
Männer 3.45‐22.9 mmol/L 39‐259 mg/dL
24-h-Urin
Frauen 7‐14 mmol/24 h 740‐1570 mg/24 h
Männer 9‐21 mmol/24 h 1040‐2350 mg/24 h

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Kreatinin von / in mmol/l, µmol/l, mg/dl, mg/100ml, mg%, mg/l, µg/ml. Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Kreatinin umrechnungstabellen.