Lidocain

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Xylocaine, Lignocaine
Einheiten im Messwesen
µmol/L, mg/L, mg/dL, mg/100mL, mg%, µg/mL

Lidocain ist ein Antiarrhythmikum, das intravenös entweder durch Injektion oder Dauerinfusion verabreicht wird. Es ist insbesondere in der akuten Behandlung ventrikulärer Arrhythmien, wie sie bei akutem Myokardinfarkt oder bei Eingriffen am Herzen, z.B. einer Herzoperation, auftreten, indiziert. Lidocain wird vorwiegend in der Leber metabolisiert. Die wichtigsten Metaboliten sind N‑Ethylglycyl-2,6-xylidid (MEGX), Glycyl-2,6-Xylidid (GX) und 4-Hydroxy-2,6-xylidin (4-OH-XY).2 Der Hauptmetabolit, 4‑OH‑XY, der 73 % der Dosis ausmacht, wird über den Urin ausgeschieden. Andere im Urin in Mengen von weniger als 1 % nachgewiesene Metaboliten sind 3-Hydroxy-Lidocain, 3-Hydroxy-MEGX und 2,6-Xylidin. MEGX hat 80 bis 90 % und GX 10 bis 26 % der antiarrhythmischen Wirkung von Lidocain. Die Überwachung der Lidocainkonzentration ist aufgrund der von Patient zu Patient sehr unterschiedlichen Verfügbarkeit und des engen therapeutischen Bereichs des Arzneimittels erforderlich.

Referenzwerte

Der therapeutische Bereich variiert und wird mit 1.5 bis 6 μg/mL (6.4 bis 25.6 μmol/L) angegeben. Zur Suppression ventrikulärer Arrhythmien werden wahrscheinlich Konzentrationen über 2 μg/mL (8.5 μmol/L) benötigt, aber zur Prävention von primärem Kammerflimmern sind bei AMI-Patienten eventuell noch höhere Konzentrationen erforderlich. Bei Konzentrationen über 6 μg/mL (25.6 μmol/L) nimmt die Häufigkeit einer ZNS-Toxizität zu. Bei einer beträchtlichen Anzahl Patienten sind Konzentrationen von 6 bis 9 μg/mL (25.6 bis 38.4 μmol/L) zur Arrhythmiekontrolle nötig. Nutzen und Risiken von Lidocainkonzentrationen über 6 μg/mL (25.6 μmol/L) müssen sorgfältig abgewogen werden. Bei Patienten unter Dauerinfusion (> 24 Stunden) oder mit Nierenversagen können Lidocainmetaboliten toxizitätsfördernd wirken.3 Lidocain ist zu 60 bis 80 % an Plasmaproteine gebunden. Ca. 70 % der gebundenen Fraktion sind an saures Alpha-1-Glycoprotein (AAGP) und 30 % an Albumin gebunden. Berichten zufolge steigt die AAGP-Konzentration bis zum dritten Tag nach einer Bypass-Operation um das Doppelte an. Bei Patienten, die Phenytoin, Carbamazepin, Primidon und Phenytoin plus Phenobarbital erhalten, sind die Plasma-AAGP-Konzentrationen höher. Frauen, die orale Östrogen- Progesteron-Kontrazeptiva einnehmen, weisen eine erniedrigte AAGPKonzentration bei gleichzeitig erhöhter Konzentration an freiem Lidocain auf. Patienten mit kardiopulmonalem Bypass werden sehr hohe Heparindosen verabreicht. Heparin setzt Lipoproteinlipase aus den Geweben frei, wodurch sich der Anteil an freien Fettsäuren erhöht und die Konzentration des freien Lidocains sich ändert. Bei therapeutischen Konzentrationen von Chinidin und Disopyramid kommt es zu einer signifikanten Erhöhung der Konzentration von freiem Lidocain.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI. Umrechnung Lidocain von / in µmol/L, mg/L, mg/dL, mg/100mL, mg%, µg/mL Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Lidocain umrechnungstabellen