Cortisol

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
Hydrocortison
Einheiten im Messwesen
nmol/L, µg/L, µg/dL, µg/100mL, µg%, ng/mL

Cortisol (Hydrocortison) ist das bedeutendste Glucocorticosteroid. Es ist essentiell zur Aufrechterhaltung mehrerer Körperfunktionen. Wie andere Glucocorticosteroide wird Cortisol in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde aus der gemeinsamen Vorstufe Cholesterin gebildet. Zum Transport von Cortisol im Blut sind etwa 90 % des Cortisols an das corticosteroidbindende Globulin (CBG oder Transcortin) und an Albumin gebunden. Nur ein geringer Anteil des Cortisols zirkuliert frei im Blut und kann mit den entsprechenden Rezeptoren interagieren.

Die wichtigsten von Cortisol hervorgerufenen physiologischen Effekte sind die Erhöhung des Blutzuckerspiegels (Steigerung der Gluconeogenese, katabole Wirkung) und die entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung.

Synthese und Sekretion von Cortisol durch die Nebenniere werden durch einen negativen Rückkopplungsmechanismus innerhalb der Hypothalamus- Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse kontrolliert. Bei niedrigem Cortisolspiegel im Blut wird corticotropin-freisetzendes Hormon (CRH) vom Hypothalamus ausgeschüttet. Daraufhin setzt die Hypophyse Adrenocorticotropin (ACTH) frei. Das stimuliert die Synthese und die Sekretion von Cortisol durch die Nebennierenrinde. Cortisol selbst wirkt durch negative Rückkopplung auf Hypophyse und Hypothalamus zurück. Außerdem erhöht Stress die Cortisolsekretion.

Die Konzentrationen von Cortisol im Serum schwanken normalerweise in Abhängigkeit von der Tageszeit.1 Maximale Konzentrationen (700 nmol/L bzw. 25.4 μg/dL) treten üblicherweise am frühen Morgen auf. Während des Tages nehmen die Konzentrationen ab und erreichen am Abend ein Niveau, das in etwa dem halben Morgenniveau entspricht. Deshalb ist es zur Interpretation der Messwerte unabdingbar die Tageszeit der Probennahme zu kennen.

Der Cortisolstatus eines Patienten zeigt die Funktion bzw. Nichtfunktion von Nebenniere, Hypophyse und Hypothalamus an.Die Konzentrationswerte von Cortisol im Serum dienen dazu, krankhafte Überproduktion von Cortisol (z. B. beim Cushing Syndrom) oder Unterproduktion (z. B. bei Morbus Addison) zu erkennen. Außerdem lassen sich die Wirkungen zahlreicher therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen (z. B. Dexamethason Suppressions Test beim Cushing Syndrom und Hormon Substitutionstherapie beim Morbus Addison) verfolgen.

Zur Erkennung eines Cushing Syndroms ist die Bestimmung von Cortisol im 24‐Stunden Urin die Methode der Wahl, da die Ausscheidung von Cortisol im Urin nicht dem diurnalen Tagesgang der Cortisolsekretion unterliegt. Dies erlaubt eine genauere Unterscheidung zwischen Gesunden und Patienten mit Cushing Syndrom. Der in den Urin unverändert ausgeschiedene Teil des Cortisols wird als “freies Cortisol im Urin” oder “urinary free cortisol (UFC)” bezeichnet. In der Regel besteht ein direkt proportionaler Zusammenhang zwischen freiem Cortisol im Urin und dem nicht gebundenen, somit biologisch aktiven Anteil von Cortisol im Blut.

Neuere Studien haben gezeigt, dass es für die Diagnose von Cushing- Syndrom vorteilhafter ist, nachts mehrere Cortisolmessungen mit Speichelproben durchzuführen als freies Cortisol im Urin nachzuweisen.

Die Bestimmung von Cortisol nachts im Speichel ist besonders vorteilhaft bei Kindern, Patienten in psychiatrischer Behandlung und Personen, bei denen Stressfaktoren die Nebennierenrinde beeinflussen könnten und dadurch erhöhte Steroidkonzentrationen auftreten.

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Cortisol von / in nmol/L, µg/L, µg/dL, µg/100mL, µg%, ng/mL . Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Cortisol umrechnungstabellen.