NT‐proBNP (N-terminales pro B-Typ natriuretisches Peptid)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Einheiten im Messwesen
pmol/L, pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L

Dieser Test dient als Hilfsmittel bei der Diagnose von Patienten mit Verdacht auf dekompensierte Herzinsuffizienz und beim Nachweis von milden Formen kardialer Funktionsstörungen. Der Test dient weiterhin als Hilfe bei der Beurteilung des Schweregrades einer Herzinsuffizienz bei Patienten mit diagnostizierter dekompensierter Herzinsuffizienz. Der Test dient weiterhin zur Risikostratifizierung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom und dekompensierter Herzinsuffizienz sowie zur Therapieüberwachung von Patienten mit linksventrikulärer Funktionsstörung.

Die linksventrikuläre Funktionsstörung kann im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit, der arteriellen Hypertonie, Herzklappenerkrankungen und primären Herzmuskelerkrankungen entstehen. Falls die linksventrikuläre Funktionsstörung unbehandelt bleibt und progressiv ist, ist sie mit einer hohen Letalität verbunden, z.B. durch plötzlichen Herztod.

Bei der chronischen Herzinsuffizienz handelt es sich um ein klinisches Syndrom, welches durch die Beeinträchtigung der kardialen Pumpfunktion entsteht. Entsprechend der Symptomatik wird der Schweregrad der Herzinsuffizienz in Stadien (NYHA I‐IV) nach der New York Heart Association-Klassifikation unterteilt. Wenn Patienten nach ihrer NYHA- Klassifizierung eingruppiert werden, steigen die NT‐proBNP- Konzentrationen mit ansteigenden Nummern und reflektieren so den Schweregrad der kardialen Störung. Die hohe Sensitivität von NT‐proBNP erlaubt auch den Nachweis von milden Formen kardialer Funktionsstörung bei asymptomatischen Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen. Klinische Informationen und bildgebende Verfahren dienen zur Diagnose linksventrikulärer Funktionsstörungen.

Die Bedeutung der natriuretischen Peptide für die Steuerung der Herzkreislauffunktion ist belegt. Studien zeigen, dass natriuretische Peptide für diagnostische Fragestellungen bei linksventrikulärer Funktionsstörung benutzt werden können. Die folgenden natriuretischen Peptide sind beschrieben worden: atriales natriuretisches Peptid (ANP), B‐Typ natriuretisches Peptid (BNP) und C‐Typ natriuretisches Peptid (CNP).

Als Antagonisten des Renin‐Angiotensin-Aldosteronsystems beeinflussen ANP und BNP aufgrund ihrer natriuretischen und diuretischen Eigenschaften das Elektrolyt‐ und Flüssigkeitsgleichgewicht im Organismus.Bei Personen mit linksventrikulären Funktionsstörungen steigt die Serum- und Plasmakonzentration von BNP ebenso wie die Konzentration des vermeintlich inaktiven amino‐terminalen Fragmentes NT‐proBNP.

ProBNP, bestehend aus 108 Aminosäuren, wird vorwiegend über die Herzventrikel sekretiert und dabei in das physiologisch aktive BNP (77‐108) und das N‐terminale Fragment, NT‐proBNP (1‐76), gespalten.

Studien weisen darauf hin, dass NT‐proBNP für diagnostische und prognostische Applikationen eingesetzt werden kann. Die NT‐proBNP- Konzentration in Serum oder Plasma korreliert mit der Prognose der linksventrikulären Funktionsstörung. Fisher et al. fanden heraus, dass bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz und NT‐proBNP-Werten über dem Median die Letalitätsrate innerhalb eines Jahres bei 53 % lag; bei Patienten mit niedrigereren Werten lag dieser Wert bei 11 %. Die GUSTO IV Studie, die über 6800 Patienten erfasste, zeigte, dass NT‐proBNP der beste unabhängige Parameter zur Vorhersage der Ein- Jahres-Letalität bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ist.

Der Test erwies sich überdies als nützlich bei der Zuordnung von Symptomen zu kardialen bzw. nicht-kardialen Ursachen und hilft so bei der Identifizierung von Patienten mit linksventrikulären Funktionsstörungen. Die “European Society of Cardiology Task Force for the Diagnosis and Treatment of Chronic Heart Failure“ stellt in ihren Richtlinien fest, dass natriuretische Peptide einschließlich NT‐proBNP “aufgrund der konsistenten und sehr hohen negativen prädiktiven Werte als Auschlusstest einen großen klinischen Nutzen haben können“. Bei Verwendung der empfohlenen Cutoff-Werte, erhält man mit dem Elecsys proBNP Test je nach Alter und Geschlecht negative prädiktive Werte zwischen 97 % und 100 %. Änderungen der NT‐proBNP-Konzentrationen können zur Bewertung von Behandlungserfolgen bei Patienten mit linksventrikulärer Funktionsstörung benutzt werden. Darüber hinaus ist NT‐proBNP auch zur Bewertung des vaskulären Remodelling geeignet und kann somit zur Erstellung individueller Rehabilitationsmaßnahmen herangezogen werden.

NT‐proBNP als kardialer Funktionsmarker repräsentiert weiterhin kardiovaskuläre Risiken bei Patienten, die potentiell kardiotoxische Medikation erhalten oder Therapien, die zur Flüssigkeitsretention oder Volumenüberlastung führen (z.B. COX‐2-Inhibitoren, nichtsteroidale anti‐inflammatorische Medikamente).

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung NT‐proBNP (N-terminales pro B-Typ natriuretisches Peptid) von / in pmol/L, pg/mL, pg/dL, pg/100mL, pg%, pg/L, ng/L . Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. NT‐proBNP (N-terminales pro B-Typ natriuretisches Peptid) umrechnungstabellen.