Aspartate aminotransferase (AST)

SI-EINHEITEN

KONVENTIONELLE EINHEITEN



Synonym
ASAT, GOT, Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, EC 2.6.1.1
Einheiten im Messwesen
nkat/l, µkat/l, nmol/(s•L), µmol/(s•L), U/L, IU/L, µmol/(min•L), µmol/(h•L), µmol/(h•mL)

Die Aspartat-Aminotransferase (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) gehört zur Gruppe der Transaminasen, welche durch Transfer von Aminogruppen die Umwandlung von Aminosäuren zu den entsprechenden α‐Ketosäuren und umgekehrt katalysieren. Aspartat-Aminotransferase ist in Geweben des Körpers weit verbreitet. Obwohl hohe Konzentrationen im Myokard vorliegen, gibt es signifikante Aktivitäten auch im Gehirn, in der Leber, in der Magenschleimhaut, im Fettgewebe, im Skelettmuskel und in den Nieren.

Es wurden zwei Isoenzyme der AST, das Zytoplasma- und das Mitochondrien-Isoenzym, nachgewiesen. Im Serum von Gesunden tritt nur das Zytoplasma-Isoenzym auf, während im Serum von Patienten mit koronarer Herzkrankheit und hepatobiliären Erkrankungen beide Isoenzyme nachweisbar sind.

In Leber und Skelettmuskulatur weist das Enzym die höchste Aktivitätsrate auf. AST-Messung ist zur Diagnose, Differenzierung und Kontrolle von hepatobiliären Erkrankungen, Myokardinfarkt und Skelettmuskelschäden angezeigt. AST-Messungen können auch als Teil medizinischer Screening-Untersuchungen durchgeführt werden. In bestimmten Fällen kann AST bei der Verlaufskontrolle von Myokardinfarkten hilfreich sein. Bei Verdacht auf kurz zurückliegenden Myokardinfarkt weist AST eine diagnostische Sensibilität von 96 % und 12 Stunden nach Einsetzen von Schmerzen in der Brust eine Sensibilität von 86 % auf. AST-Werte steigen bei Virushepatitis und Lebererkrankungen mit hepatischer Nekrose oft auf das 20 bis 50 fache an.

Die Beurteilung der AST-Aktivität im Vergleich zur ALT-Aktivität (De Ritis-Quotient, AST/ALT) ist ein guter Indikator von Leberschäden. Werte <1,0 deuten auf einen leichten Leberschaden hin und treten insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen auf. Werte >1,0 deuten auf eine schwere Lebererkrankung zumeist mit Nekrose hin. Erhöhte AST-Werte sind bei Zirrhose, extrahepatischer Cholestase, progressiver Muskeldystrophie, Dermatomyositis, akuter Pankreatitis, hämolytischen Erkrankungen, Gangrän, Muskelquetschungen und Lungenembolie nachweisbar.

Bei Dialysepatienten oder bei Vitamin-B6 -Mangel ist der AST-Spiegel im Serum vermindert. Diese Abnahme kann auf die Verminderung des Pyridoxalphosphats, der prosthetischen Gruppe von AST, zurückzuführen sein, wodurch sich das Verhältnis von Apoenzym zu Holoenzym erhöht. Leicht bis mäßig erhöhte AST-Werte lassen sich außerdem bei Alkoholkonsum und Einnahme von Medikamenten wie Penizillin, Salycylaten oder Opiaten beobachten.

REFERENZINTERVALL

Die Methode basiert auf den Empfehlungen der IFCC (International Federation for Clinical Chemistry).

Männer (Erwachsene) < 50 U/L  0.85 μkat/L
Frauen (Erwachsene)  < 35 U/L  0.60 μkat/L
Neugeborene 25 − 75 U/L 0.42 − 1.25 μkat/L
Kleinkinder 15 − 60 U/L 0.25 − 1 μkat/L

Laborwerte rechner. Einheitenumrechner SI-konventionell / konventionell-SI.
Umrechnung Aspartate aminotransferase (AST) von / in nkat/l, µkat/l, nmol/(s•L), µmol/(s•L), U/L, IU/L, µmol/(min•L), µmol/(h•L), µmol/(h•mL) . Faktoren zur umrechnung von konventionellen Einheiten in SI-Einheiten. Aspartate aminotransferase (AST) umrechnungstabellen.